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Alexa, ändere deine Stimme!

Amazon veröffentlichte in den USA eine neue Stimmenoption für seine Alexa-Geräte. Das Besondere daran: „Ziggy“ ist männlich. Er bildet damit ein deutliches Kontrastprogramm zu Alexa, Siri, Cortana oder der weiblichen „Ok Google“-Stimme. Aber warum gibt es bei Sprachassistent*innen – im Gegensatz zu sonst in der IT-Branche – so eine weibliche Übermacht?

Ohne große Ankündigungen hat Amazon in den USA eine neue Stimme für Alexa eingeführt. Dennoch sorgte die Änderung für Aufsehen: denn „Ziggy“ – so soll sein Name sein – ist ein Mann. Zwar gab es bisher bereits mehrere Prominente, die Amazons Sprachassistenten ihre Stimme liehen, aber eine männliche Standardstimme ist neu. „Ziggys“ Name soll laut Brancheninsidern sogar als alternatives Aktivierungswort für Alexa herhalten. Eine kleine Kostprobe, wie der Herr sich anhört gibt es hier. Brancheninsider spekulieren, dass „Ziggy“ bald auch in andere Sprachen Einzug halten wird.

 

Standardsprache: Weiblich

Im deutschsprachigen Raum gibt es zu der weiblichen Alexa noch keine Alternative. Apples Siri oder Google bieten im Gegensatz dazu längst die Möglichkeit, auf ein männliches Pendant umzuschalten. Standard ist aber hier – ebenso wie bei Microsofts Cortana und auch unzähligen Navigationsgeräten – dennoch immer eine Frauenstimme.

 

Angenehmer Klang vs. digitales Dienstmädchen

Aber woran liegt das eigentlich? Die einfachste Erklärung: Weibliche Stimmen werden – auch von Frauen – als angenehmer empfunden, als Männliche. Auch die ÖBB greifen schließlich seit Jahrzehnten auf den samtigen Klang von Chris Lohners Stimme zurück. Dennoch wirkt es eigenartig, dass alle gängigen Sprachassistenten durchgehend weiblich sind – schließlich ist das Silicon Valley mit seinen Tech-Gurus doch stark männlich dominiert. Viele freuten sich anfangs auch darüber, dass nun endlich Frauen in der Technik etwas „zu sagen haben“. Nur sind es leider keine echten Frauen. Und damit kommen wir zu einer kritischen Komponente: Eine Frau, die alle Wünsche erfüllt – ohne „Bitte“ und „Danke“. Das stößt bei genauerem Hinsehen sauer auf. Auch das war wohl ein Hintergedanke für Amazons „Ziggy“.