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Amazon will Retouren-Vernichtung stoppen

Amazon will Retouren künftig vermehrt verkaufen, statt sie zu vernichten. Damit reagiert das Unternehmen auf harsche Kritik aus der Bevölkerung, nachdem publik wurde, dass der Konzern unverkaufte Waren im großen Stil entsorgen lässt. Die neuen Möglichkeiten betreffen vor allem Drittanbietende, die über Amazon versenden. Für sie soll es damit lukrativer werden, ihre Artikel in einer Art Outlet weiterzuverkaufen.

Das bestellte T-Shirt passt nicht, der Neffe hat das georderte Modellauto schon von der Oma geschenkt bekommen, oder der neue Fernseher ist doch zu groß für das Regal? Zum Glück gibt es die Möglichkeit, Ware zurückzusenden! Was die meisten Menschen aber nicht wissen: Statt die Produkte wieder zu verkaufen, steckt der Onlineversandhandel sie oft einfach in den Müll.

Laut Greenpeace soll das sogar 30 Prozent aller online gekauften und zurückgeschickten Waren betreffen. Der Grund dafür ist so makaber, wie er simpel ist: Für viele Unternehmen ist es einfach billiger, Ware zu vernichten, als sie mit einem logistischen Aufwand weiterzuverkaufen.

 

Vernichten günstiger als verkaufen?

Konkret steht Amazon – als größter Onlinehändler in unseren Breiten – in der Kritik. Für seine eigenen retournierten Produkte hat der Konzern Lösungen gefunden. Das Unternehmen vertreibt diese beispielsweise über das Amazon Warehouse, spendet oder recycelt sie. Bei den Drittanbietenden, die über Amazon versenden, sieht es allerdings ganz anders aus. Das ist auch ein von Amazon hausgemachtes Problem: Für sie fallen so viele Gebühren an, dass es sich nicht rentiert, ihre Waren bei Amazon zwischenzulagern oder zurückzuverlangen. Sie geben sie daher zur Vernichtung frei – auch wenn die Produkte noch völlig in Ordnung wären.

 

Warehouse für Drittanbietende

Für dieses Problem kündigt Amazon nun auf seinem Blog mehrere Lösungsansätze an. Erstens vermittelt Amazon Drittanbietende auf Wunsch an Aufkaufende von Restposten weiter. In einem zweiten Programm bietet Amazon an, den Weiterverkauf der retournierten Ware zu übernehmen. Wie beim Warehouse wird der Zustand der Produkte dabei von Amazon bewertet und Drittanbietende legen entsprechend selbst den neuen Verkaufspreis fest. Zusätzlich gibt es einen neuen Outlet-Shop, der den Verkauf der Produkte ankurbeln soll. Von den neuen Initiativen sollen alle etwas haben: Die Unternehmen, die Umwelt – und nicht zuletzt wohl auch das Image von Amazon.