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Bedeutet die DSGVO das Aus für Alexa, Siri und Co?

Studien zeigen, dass den Sprachassistenten Siri, Alexa, Cortana und Co nur schleppend der Durchbruch gelingt. Hauptursachen hierfür sind die fehlende Transparenz bezüglich Datenschutz sowie das fehlende Bewusstsein für den Nutzen. Am 25. Mai 2018 ist die Europäische Datenschutzgrundverordnung in Geltung getreten. Was für die Anbieter der Sprachassistenten zunächst ein Fluch war, könnte sich schon bald als Segen entpuppen und den Verkauf steigern.

2017 berichteten Medien und Online Plattformen über den Boom der Sprachassistenten. Eine Studie von Statista zeigt, dass sich der Durchbruch allerdings bislang auf den Bekanntheitsgrad beschränkt. Während 90% der deutschen Bevölkerung schon von Sprachassistenten gehört haben, sind die Zahlen am Absatzmarkt weitaus weniger beeindruckend. So besitzen lediglich 14% der Deutschen einen Sprachassistenten.

Die DSGVO sorgt für mehr Transparenz

Die Hauptursache für diese Zurückhaltung lag bislang in der fehlenden Transparenz bezüglich Datenschutz. Sämtliche Sprachaufnahmen werden auf externen Servern abgespeichert. Artikuliert der Nutzer beispielsweise die Schlagwörter „Okay, Google“, so landet die Sprachaufnahme auf den Servern des US-amerikanischen Anbieters. Sehr viel beängstigender für Kunden ist allerdings die Tatsache, dass die Sprachassistenten permanent mitlauschen. Die Ursache hierfür ist naheliegend – die Sprachassistenten müssen erkennen, ob das Schlüsselwort fällt, welches ihnen das Signal gibt, eine Suche zu generieren. Heikel ist aus Sicht von Kritikern auch jener Aspekt, dass Unternehmen aus der Stimme eines Menschen sehr viel mehr Informationen herausfiltern können als beispielsweise über die Schreibweise oder das Online-Kaufverhalten. Die Klangfarbe verrät dem Unternehmen, ob der potentielle Käufer entschlossen ist, zögert oder beispielsweise eine überlegende Haltung hat. Es ist durchaus denkbar, dass solche Informationen in Zukunft verwendet werden, um Marketingstrategien individuell an den Kunden anzupassen und detaillierte Nutzerprofile anzulegen. Der Kunde wird dadurch noch gläserner, als er es jetzt schon ist. Seit die Europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) am 25. Mai 2018 in Geltung getreten ist, haben Nutzer allerdings das Recht, beim Hersteller Auskunft darüber zu verlangen, ob und welche personenbezogenen Daten erhoben und wie lange diese gespeichert werden. Außerdem muss der Hersteller auf Wunsch des Kunden die gespeicherten Tonefiles löschen. Diese Transparenz könnte die Skepsis deutlich mindern und die Zahlen am Absatzmarkt erhöhen. Was sich zunächst als Herausforderung für die Anbieter darstellte, könnte schon bald eine Chance dafür sein, dass die Sprachassistenten doch noch Einzug in die Mehrzahl der europäischen Haushalte halten.

Der Nutzen ist den potentiellen Kunden noch nicht klar

Die Studie von Statista hat gezeigt, dass Nutzer die Sprachassistenten primär für Serviceleistungen, wie Wetter- und Verkehrsmeldungen, benutzen. Ebenfalls beliebt sind das Hören von Musik sowie Angebote zur Organisation des Alltags. Die Sprachassistenten haben noch bei weitem mehr Potential. So gibt es beispielsweise die Smart-Home-Anwendung. Bislang sind sich die meisten Menschen dessen allerdings nicht bewusst. Erstaunlich ist, dass sich insgesamt 53 Prozent der Besitzer eines Sprachassistenten unschlüssig über den konkreten Nutzen der Technologie sind. Hier besteht augenscheinlich ein großer Aufholbedarf im Bereich B2C-Kommunikation seitens der Hersteller.