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Was bringen Reels für Unternehmen?

Instagram Reels sind nicht nur nette kleine Videos – Unternehmen können sie auch gezielt für ihre Kommunikation nutzen. Die digitalen Perspektiven erklären wie.

Dass Videos in der Kommunikation immer wichtiger werden, ist schon länger bekannt. Weniger bekannt ist, dass es für Unternehmen mehr Möglichkeiten gibt, den Trend für ihre Kommunikation zu nutzen als minutenlange (und nicht immer ganz kostengünstige) Hochglanz-Imagefilme. Eine dieser Möglichkeiten sind Reels auf Instagram. Die Funktion ist seit Kurzem auch in Österreich verfügbar und erfreut sich großer Beliebtheit.

 

Kreativität gewinnt

Wie bei der chinesischen Trend-App TikTok setzt Reels auf kurze Videos. Sie werden meist mit dem Handy gedreht und haben daher gar nicht den Anspruch auf High-End-Qualität. Sogar Louis Vuitton spielt mit dem Charme von scheinbar mit dem Handy selbstgedrehten Clips. Die meisten erfolgreichen Reels setzen auf Humor und Musik – wie diese Beispiele des Smoothie-Bowl-Unternehmens Oatsome oder des Sportartikelherstellers Puma. Kreativität ist gefragt, weniger fachliche Expertise. Längere Videos hingegen finden sich eher auf YouTube – Videos von Googles Plattform einfach für Instagram zu „recyceln“ geht leider nicht.

 

Der Aha-Effekt

Es geht bei Reels aber auch weniger darum, zu informieren. Eher dienen die kleinen Video-Clips dazu, Interesse zu wecken. Sie locken neue Abonnentinnen und Abonnenten auf die Instagramseite des Unternehmens und können für einen Boost im Kanalwachstum sorgen. Denn anders als zum Beispiel bei den Stories werden bei Reels nicht nur Beiträge von Accounts, denen man folgt, angezeigt. Geht man in der App über den prominenten Button in der Mitte der Instagram-Navigationsleiste auf Reels, spielt der Algorithmus selbstständig Videos aus. Diese sollen zu den Interessen oder den bisherigen Interaktionen der Nutzerin oder des Nutzers passen und kommen nicht unbedingt von Kanälen, denen man schon folgt. Es ist daher viel leichter über Reels „entdeckt“ zu werden. Zusätzlich werden die Videos natürlich auch im Newsfeed der Follower und Followerinnen ausgespielt.

 

Nur mehr Reels?

Das heißt allerdings nicht, dass Unternehmen auf Instagram nur mehr Reels posten sollen. Reels sind gut um ein erstes Interesse zu wecken. Um Followerinnen und Follower zu halten braucht es aber weiter den klassischen Insta-Content. Reels sind eher als Ergänzung zu sehen und ersetzen die bekannten Foto-Beitrage nicht. Das nimmt auch Druck raus: Es ist schließlich nicht so einfach, laufend lustige und lockere Videos zu posten. Nur mit Reels ist es viel schwieriger, konstant bei gleichbleibender Qualität Content zu produzieren. Die Mischung, die Instagram anbietet, macht es vor allem für kleinere Unternehmen leichter.

 

Reels vs. TikTok

Und für alle, die sich trotzdem fragen: Warum Reels verwenden, wenn es doch TikTok gibt? Reichweite ist hier das Zauberwort. Denn während TikTok sich hierzulande noch etablieren muss und bisher hauptsächlich bei der jüngeren Zielgruppe punktet, hat Instagram eine treue und große Community in allen Altersschichten. Immerhin 31 Prozent aller Österreicherinnen und Österreicher nutzen Instagram. Und wer TikTok trotzdem ausprobieren möchte: Im Gegensatz zu YouTube konnen die Instagram Reels auch gut für diesen Kanal wiederverwendet werden. Wie das geht zeigt das Modelabel Balmain, das Content auf Instagram und TikTok veröffentlicht – oft nur mit geringfügigen Änderungen. Nur Vorsicht: Instagrams Algorithmus bestraft Userinnen und User, die das TikTok Logo oder Wasserzeichen in ihren Videos zeigen.

 

Wie Reels genau funktionieren ist übrigens hier nachzulesen.