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Das Einwegpfand kommt

Nach langem Ringen soll es bald soweit sein: Österreich bekommt ab 2025 ein Pfandsystem für Einwegplastikflaschen und -dosen. NGOs und mittlerweile auch große Supermarktketten begrüßen den Schritt. Das Recyclingunternehmen ARA schlägt eine digitale Lösung vor.

In Deutschland ist das Pfand für Einwegplastikflaschen und -dosen längst gang und gebe. In Österreich regte sich dagegen lange Widerstand, vor allem von Seiten des Handels. Dabei befürworten laut einer im Jahr 2020 von Global 2000 durchgeführten Umfrage 83 Prozent der erwachsenen Österreicher*innen die Einführung eines solchen Pfandsystems.

 

Endlich Einigung

Nun folgte der Umschwung: Anfang Oktober bekundeten sowohl REWE als auch die Diskonter Hofer und Lidl, sich für ein flächendeckendes Einwegpfand einzusetzen. Damit kam deutliche Bewegung in die Pläne. Seit 13. Oktober ist es nun so gut wie fix: Österreich wird voraussichtlich 2025 ein neues Pfandsystem bekommen. Noch sind nicht viele Details bekannt. Das neue System soll schließlich noch gemeinsam mit der Wirtschaft erarbeitet werden. Aber generell kann von einem Pfand von 20 bis 30 Cent pro Plastikflasche mit einer Rückgabe der leeren Flaschen im Geschäft ausgegangen werden. Es gibt aber auch den Wunsch nach Alternativen.

 

Digitalisierung schafft Möglichkeiten

Die ARA (Altstoff Recycling Austria) begrüßt grundsätzlich den Vorstoß zum Einwegpfand. Allerdings pocht das Recyclingunternehmen auf eine Lösung, die die jetzige Sammelinfrastruktur berücksichtigt. Als Umsetzungsoption dafür haben sie gemeinsam mit Saubermacher ein digitales Anreizsystem namens „digi-Cycle“ entwickelt. Über die gleichnamige App sollen Codes auf den Flaschen bzw. Dosen und dem dazugehörigen Sammelbehälter eingescannt werden und je nach Sammelmenge werden dem*der Nutzer*in „digi-Punkte“ gutgeschrieben. Diese Punkte lassen sich dann gegen Vorteile einlösen. In einem Testdurchlauf in der Marktgemeinde Gnas (Steiermark) konnten die Punkte etwa in einer Bäckerei eingelöst werden. Ein solches System würde auch kleineren Händlern zugutekommen, die keine Ladenflächen für Sammelanlagen aufgeben müssten.

 

Auch Mehrwegquote für Handel

Das neue Abfallwirtschaftsgesetz beinhaltet neben dem Einwegpfand auch eine verbindliche Mehrwegquote für Händler. Supermärkte, die größer als 400 Quadratmeter sind, müssen demnach verpflichtend Getränke in Mehrwegverpackungen im Sortiment führen. Die Einführung erfolgt ab 2024 schrittweise.