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Der Arbeitsplatz der Zukunft

Homeoffice, Großraumbüro oder Shared Desk – das Jahr 2020 hat unsere Vorstellungen eines idealen Arbeitsplatzes in ein neues Licht gerückt. Nun stellt sich die Frage: Wie werden wir in Zukunft arbeiten?

2019 titelte Die Zeit noch: „Homeoffice-Arbeit bleibt die Ausnahme“. Damals boten nur 26 Prozent der deutschen Unternehmen mobiles Arbeiten an – und das mit teils deutlichen Einschränkungen. Im Schnitt machte nur jeder oder jede Fünfte von Homeoffice Gebrauch. Heute ist alles ein wenig anders: Nicht nur das Coronavirus hat sich 2020 rasend schnell verbreitet, auch das Homeoffice war plötzlich überall zu finden – selbst in Unternehmen, in denen das Arbeiten von zuhause bisher verpönt war oder als unmöglich gesehen wurde. Das hat unsere Wahrnehmung eines idealen Arbeitsplatzes nachhaltig verändert, wie eine repräsentative Befragung des Digitalverbands Bitkom unter Erwerbstätigen in Deutschland zeigt.

 

Kein Zurück zum Status Quo

Nach der Pandemie werden wir nicht einfach zu unserem Alltag wie zuvor zurückkehren: Zwölf Prozent aller Befragten gab an, künftig nur mehr im Homeoffice arbeiten zu wollen. Diese Variante war vor allem bei den jüngeren Befragten von 16 bis 29 beliebt (15 Prozent). Der Wunsch, wieder in einen geregelten Büroalltag zurückzukehren, ist bei den anderen Befragungsteilnehmerinnen und -teilnehmern dennoch stark. Allerdings sollte das eher ein Einzelbüro, wie rund ein Drittel angab, oder ein kleineres Mehrpersonenbüro sein. Die zweite Variante bevorzugte rund ein Viertel der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Co-Working-Büros scheinen dagegen wenig beliebt (zwei Prozent) zu sein. In Großraumbüros mit mehr als fünf Kolleginnen und Kollegen will übrigens kaum jemand mehr Platz nehmen – nur ein Prozent gab das als Wunscharbeitsplatz an.

 

Stirbt das Großraumbüro?

Die Umfrage gibt Expertinnen und Experten recht, die schon seit längerem davor warnen, dass Großraumbüros nicht mehr zeitgemäß sind. In der Realität werden sich die Wünsche der Arbeitnehmerinnen und -nehmer allerdings so nicht sofort umsetzen lassen. Unternehmen können nicht von einem Tag auf den anderen Wände in ihren Großraumbüros einziehen und alle alten Strukturen komplett über den Haufen werfen.

 

Bleibt flexibel

Ein flexibler Umgang mit dem Homeoffice bringt aber auch neue Lösungsansätze. Denn 17 Prozent der von Bitkom Befragten sehen auch Shared Desks als gute Möglichkeit. Das Prinzip dahinter geht weg vom fixen Arbeitsplatz und lässt Arbeitnehmerinnen und -nehmer flexibel ihren Schreibtisch wählen. Das kommt zum Beispiel dann zum Einsatz, wenn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter je nach Projekt mit unterschiedlichen Kolleginnen oder Kollegen zusammensitzen. Das Prinzip lässt sich aber auch gut mit Homeoffice und Teilzeit verbinden. Ein Beispiel: Eine Teilzeitkraft arbeitet vormittags, eine andere nachmittags. Oder: Eine Kollegin oder ein Kollege ist Montag und Dienstag im Homeoffice, der oder die andere Mittwoch bis Freitag. In beiden Fällen nutzen die beiden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer denselben Schreibtisch.

 

Tatsache ist: Auch wenn viele froh sein werden, nach der Pandemie wieder an ihren Arbeitsplatz zurückzukehren, wird sich auf lange Sicht vieles ändern. Sowohl Arbeitnehmende als auch Arbeitgeberinnen und -geber haben gemerkt, dass es auch anders geht, als der starre Büroalltag. Und wer sich darauf einlässt wird feststellen, dass es für beide Seiten Vorteile bringt, manchmal flexibler zu sein.