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Der Digitale Perspektiven-Jahresrückblick

Was war das für ein Jahr! Die Digitalen Perspektiven werfen einen Blick zurück auf 2021 – mit all seinen Höhen und Tiefen.

Eines vorweg: Ganz ohne Corona kommt auch dieser Jahresrückblick nicht aus. Schließlich hat die Pandemie unser Leben zu einschneidend verändert. Sie war vor allem ein Treiber der Digitalisierung. Diese Aspekte wollen wir hier unter anderem beleuchten:

 

Alles digital

Die Internetnutzung in Österreich war 2021 so hoch wie nie zuvor. Auch die ältere Generation wird – Corona sei „dank“ – immer digitaler. Dieser Trend ist weltweit zu beobachten. Aber auch der Onlinehandel profitiert vom Digitalisierungsaufschwung immens – jede*r dritte Österreicher*in tätigt seine Einkäufe mittlerweile bereits über das Smartphone. Das freut die Händler zwar, die Versanddienste geraten dabei jedoch vor allem um die Weihnachtszeit immer mehr an ihre Grenzen.

 

Arbeit: Keine Rückkehr zum Status Quo

Neben der Freizeit ist auch die Arbeit 2021 anders als früher. Homeoffice hat sich in vielen Betrieben etabliert. Befragungen unter Arbeitnehmer*innen legen nahe, dass es auch nach Corona keine Rückkehr zum Status Quo gibt. Auch neue Arbeitsmodelle wie Top-Sharing oder Co-Working werden beliebter. Wie ein solch neuartiges Arbeitsumfeld aussehen kann, zeigte dieses Jahr übrigens der Comaking-Space in Dornbirn – beim leider einzigen Digitalen Werkstattgespräch in diesem Jahr. Hier geht’s zum Nachbericht für diese informative Veranstaltung.

 

Remote Recruiting, Apps und TikTok

Aber nicht nur die Art wie wir arbeiten, auch die Art wie wir Arbeit suchen hat sich verändert. War Remote Recruiting früher noch die Ausnahme, so sind Vorstellungsgespräche über Zoom & Co. immer mehr die Norm. Außerdem immer beliebter: Recruiting-Apps. Sogar Personalsuche über TikTok ist mittlerweile möglich und wird in gewissen Bereichen in Zukunft beliebter werden.

 

Podcasts und Video

Die immer größere Bedeutung von TikTok für Unternehmen ist ein gutes Beispiel für den großen Social Media-Trend des vergangenen Jahres: Ungebrochen auf dem Vormarsch ist Video-Content. Und zwar kurze „snackable“ Clips, wie von TikTok gewohnt. Auch YouTube sprang mit Youtube Shorts auf den Trend auf – der Erfolg ist bisher noch verhalten, Potential ist jedoch da. Mit Reels versucht auch Instagram in diesem Bereich zu punkten. Für Unternehmen bieten sich hier Chancen. Außerdem immer beliebter: Podcasts. Diese werden zunehmend als Werbeplattform entdeckt.

 

Krisenstimmung beim SoMe-Riesen

Kein besonders gutes Jahr hat übrigens Social Media-Riese Facebook hinter sich – allerdings nicht aufgrund der Pandemie. Die schwerwiegende Kritik – insbesondere durch Whistleblowerin Frances Haugen – will kaum verstummen. Daran wird auch die Umbenennung des Mutterkonzerns in „Meta“ nichts ändern. Hinzu kam, dass die Änderung der Nutzungsbedingungen bei der Tochterfirma WhatsApp Anfang des Jahres zu einer nicht unwesentlichen Abwanderung zu alternativen Messaging-Diensten wie Telegram und Signal geführt hat. Kürzlich wurde auch noch bekannt, dass Meta das erst 2020 übernommene Start-Up Giphy voraussichtlich wieder verkaufen muss. Der Zeitpunkt ist denkbar schlecht, schließlich sind GIFs ein weiteres großes Trendthema auf Social Media.

 

Was war Clubhouse nochmal?

Aber Facebook bzw. Meta ist nicht das einzige kritisierte Online-Unternehmen: Twitter kämpft mit Fake-News und Bots und TikToks Algorithmus soll Extremismus und Verschwörungstheorien begünstigen. Clubhouse wurde für seinen mangelhaften Datenschutz kritisiert. Nach dem großen Hype Anfang 2021 dürfte das aber kaum mehr eine Rolle spielen: Die Audio-App ist weitestgehend verwaist, die Luft ist raus beim neuen „heißen Scheiß“ der Sozialen Medien.

 

Nachhaltigkeit in allen Bereichen

Gekommen um zu bleiben ist hingegen unser verstärktes Verständnis für Nachhaltigkeit – denn neben Corona ist die Klimakrise das zweite große internationale Gesprächsthema. In Österreich wurde beispielsweise das Einwegpfand für Plastikflaschen beschlossen. Die EU setzt auf einen einheitlichen Ladestandard, um Elektromüll zu reduzieren. Und auch Amazon gibt dem öffentlichen Druck nach und setzt schärfere Maßnahmen, um die Retouren-Vernichtung zu stoppen. Bitcoin fällt da aus der Reihe: Das sogenannte „Mining“ der Kryptowährung verbraucht massenhaft Strom und ist Umweltschützer*innen ein Dorn im Auge – auch wenn das Investieren in die elektronische Währung 2021 so beliebt war wie nie.

 

Bildquelle: Cristian Escobar @unsplash