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E-Government: Behördengänge online erledigen

Zwei Drittel der Österreicher können sich vorstellen, Behördengänge künftig nur noch online zu erledigen. Viele Bürger fühlen sich jedoch noch immer schlecht über die digitalen Bürgerservices informiert.

Aus einer Studie der Steuerberatungsgesellschaft EY, bei der 1.000 Personen befragt wurden, ging kürzlich hervor, dass jeder dritte Erwachsene in Österreich seine Amtswege lieber online erledigt. Derzeit ist es so, dass die Hälfte aller Österreicher ihre Behördengänge noch auf persönlichem Weg erledigt, nur ein Drittel nutzt aktuell das Online-Angebot. Der größte Ansporn, das E-Government zu nutzen, liegt wahrscheinlich bei den begrenzten Öffnungszeiten der Behörden: 87 Prozent gaben an, dass die zeitliche Flexibilität der größte Vorteil des digitalen Bürgerservices ist. Momentan wickeln vor allem Männer die behördlichen Geschäfte online ab.

 

Finanzamt hat bekanntesten Online-Auftritt

 

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage zeigt: Wer sich über die Möglichkeiten des E-Governments gut informiert fühlt, nutzt das Angebot auch eher. 72 Prozent aller Befragten gaben außerdem an, dass sie den Online-Auftritt des Finanzamtes schon einmal genutzt haben. Auch bei den aktuellen Nutzerzahlen ist das Finanzamt die einzige Behörde, bei der die Mehrheit der Bürger ihre Anliegen schon online regelt.

 

Die Bürgerkarte oder die Handy-Signatur, welche online als digitaler Ausweis gilt, nutzen aktuell vier von zehn Österreichern. Die Handy-Signatur ist die persönliche Unterschrift im Internet und somit der eigenhändigen Unterschrift gleichgestellt. Hier gelten die Anschaffung und der damit verbundene Aufwand noch als Hindernis für die Nutzung.

 

Österreicher äußern Sicherheitsbedenken

 

Nur ein knappes Viertel der Befragten glaubt, gut über die Online-Möglichkeiten Bescheid zu wissen. Mehr als die Hälfte aller Befragten haben außerdem Bedenken was die Datensicherheit und die Datenübertragung angeht. Auch die geringe Nutzerfreundlichkeit, komplizierte Abläufe, Hürden bei der Registrierung und der fehlende Telefonservice sind große Kritikpunkte.

 

Generell wünschen sich die Teilnehmer der Studie einen Ausbau der Möglichkeiten. Besonders im Bereich Reisepass: Bei Verlängerungen, Neuausstellungen oder Anträgen. Auch bei den Themen Wahlen, Auto, Führerschein und Gesundheit wünschen sich die Österreicher noch Weiterentwicklungen.

 

Photo by Levi Jones on Unsplash