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Ein Jahr Corona: Online ist vieles anders

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie durchdringen viele Bereiche unseres Lebens. Auch das Nutzungsverhalten in den sozialen Medien wurde dadurch beeinflusst. Wir blicken zurück auf ein Jahr Corona und erklären, was sich verändert hat.

Es ist das Jubiläum, das niemand feiern möchte: Im März 2020 kam die Corona-Pandemie mit voller Wucht in Österreich an. Lockdown, Ausgangsbeschränkungen, Maskenpflicht… Dinge, die zuvor unvorstellbar waren, wurden plötzlich Alltag. Unser Leben hat sich grundlegend verändert – und damit auch, wie wir soziale Medien nutzen.

 

Timelines Gestern und Heute

Werfen wir einen Blick auf die Timelines des Februar 2020: Zahlreiche Fotos vom Urlaub, Aprés Ski oder Konzertbesuchen. Aus den Medien lachen uns Filmstars und Musiker entgegen. Von Corona hat man zwar gehört, aber verbindet es scherzhaft mit der Biermarke. Wir spulen ein Jahr vor: Es heißt jetzt Zoom, statt Party. Virologen sind die neuen Medienlieblinge. Und die Corona-Bier-Witze kann nun wirklich keiner mehr hören. Wir posten nun auch ganz andere Inhalte: Laut einer aktuellen Studie von saferinternet.at nimmt die Selbstdarstellung bei Jugendlichen in sozialen Netzwerken ab. Stattdessen geht es nun mehr um das Kontakt halten. Das lässt sich auch in der älteren Bevölkerungsgruppe beobachten.

 

Neue Player am Markt

Es hat sich allerdings nicht nur verändert WIE wir die sozialen Medien nutzen, sondern auch WELCHE. Manche Kanäle wurden weniger wichtig, andere gewannen rapide an Bedeutung. Signal und Telegram waren Anfang 2020 eher noch in einer Nische. Spätestens seit WhatsApp seine Nutzungsbedingungen änderte, erleben sie aber einen nie dagewesenen Zulauf. Hinzu kommt, dass beide Apps davon profitieren, dass Messenger-Dienste in den Corona-Zeiten allgemein wichtiger geworden sind.

Auch TikTok und Twitch legten stark zu. Ein Anzeichen dafür, wie wichtig (kurze) Videos in den sozialen Medien sind. Auch Unternehmen sprangen auf den Trend auf und TikTok kann inzwischen schon für Marketingzwecke genutzt werden. Instagram versucht mit der Einführung von „Reels“ mit den Video-Apps mitzuhalten. Einige Apps kannten wir Anfang 2020 noch gar nicht. Vor einem Jahr völlig unbekannt war zum Beispiel Clubhouse. Die Audio-App scheint, wenn man das Gedränge um die begrenzten Zugänge betrachtet, das neue „große Ding“ im App-Markt zu sein. Sie schlägt damit in die gleiche Kerbe ein, wie ein großes Trendthema des vergangenen Jahres: Podcasts.

 

Nutzungszahlen von Social Media in Österreich 2020:

PlattformNutzer in %
Facebook45 %
Instagramm31 %
Snapchat26 %
LinkedIn19 %
Twitter11%

(Quelle: Horizont)

 

Handel auch Regional digital

Und was hat sich sonst noch verändert? Nicht neu, aber von der Krise stark beeinflusst, ist der Onlinehandel. Während der stationäre Handel seine Pforten schließen musste, konnte beispielsweise der internationale Konzern Amazon große Zuwächse verbuchen. Parallel dazu bildete sich eine nicht unwesentliche Gegenbewegung. Lokale und regionale Initiativen formierten sich schnell, um dem österreichischen Handel unter die Arme zu greifen. Das ging von Branchenverzeichnissen und Apps, bis hin zu Facebook-Gruppen als Alternative zu Weihnachtsmärkten. Bekannte und erfolgreiche Beispiele sind etwa die Vorarlberger App Loja oder die Ladenliste der Bloggerin Nunu Kaller. Der österreichische Online-Marktplatz shöpping erlebte sogar das erfolgreichste Jahr seit seiner Gründung. Einige der Initiativen sind mittlerweile allerdings wieder verschwunden oder haben rasch an Bedeutung verloren – prominentestes Beispiel ist dafür wohl das „Kaufhaus Österreich“.