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Facebook will Smartwatch-Markt aufmischen

Facebook soll seine eigene Smartwatch planen. Der Markteinstieg wird nicht einfach für den Social-Media-Riesen: Der Markt wächst, ist aber hart umkämpft.

Mit der Vorstellung der Apple Watch im Jahre 2014 wurden Smartwatches mit einem Schlag zum Trendthema. Heute ist der anfängliche Hype zwar abgeflacht, aber die elektronischen Uhren haben eine treue Fangemeinde. Händler freuten sich zuletzt sogar über wachsende Umsatzzahlen. Platzhirsch ist immer noch Apple. Aber auch andere namhafte Hersteller wie Samsung, Huawei oder Garmin sind groß im Geschäft mit den kleinen Uhren. Nun will Facebook laut dem Nachrichtenportal The Information auch ein Stück vom Kuchen und plant seine eigene Smartwatch.

 

Das soll die Facebook-Uhr können

Die große Besonderheit der Facebook-Uhr: Gerüchten zufolge soll sie ohne die Kopplung mit einem Smartphone auskommen und trotzdem Nachrichten empfangen und versenden können. Ob das auch mit anderen Apps als mit den Facebook-Hausmarken wie dem Facebook Messenger und WhatsApp funktioniert ist noch unklar. Angedacht soll auch ein eigenes Betriebssystem sein, alternativ ein Open-Source-Android-System. Sonst soll sich die Facebook-Smartwatch in ihren Funktionen gar nicht zu sehr von den gängigen Modellen unterscheiden und etwa Fitness- und Gesundheitsfunktionen anbieten. Damit würde sie sich genau im Trend bewegen: Zunächst als Lifestyle-Produkt gehandelt, werden Smartwatches nun vermehrt als Gesundheitstracker etwa im Sport eingesetzt. Auf diese Weise haben sich die Uhren auch schnell bei der älteren Nutzergruppe beliebt gemacht.

 

Facebooks steiniger Weg zur Hardware

Offiziell bestätigt hat Facebook die Entwicklung der Uhr noch nicht. Die Zurückhaltung des Unternehmens hängt wohl auch mit Facebooks wenig glorreichen Erfahrungen im Smartphone-Geschäft zusammen: Das HTC First – auch bekannt als Facebook-Phone – floppte 2013. Dennoch hat Facebook sich im Hintergrund weiter mit Hardware beschäftigt – auch mit den sogenannten „Wearables“, also den wie Kleidungsstücken tragbaren Geräten, zu denen auch die Smartwatches gehören. Die Bekannteste ist wohl die Virtual-Reality-Brille „Oculus“. Facebook hat deren Mutterfirma „Oculus VR“ 2014 aufgekauft – gerade als die Wearables mit der Apple Watch und der mittlerweile fast völlig in der Versenkung verschwundenen „Google Glass“ ihren größten medialen Hype erlebten. Oculus ist mittlerweile eine der bekanntesten VR-Brillen am Markt, bedient allerdings nur eine Nische.

 

Gute Technik allein reicht nicht

Auch mit anderen Innovationen kommt Facebook nicht so recht vom Fleck. 2019 brachte der Konzern die hierzulande wenig bekannte Produktreihe „Portal“ auf den Markt. Die Smart Displays sind am ehesten mit Amazons Echo Show vergleichbar. Technisch können sowohl Oculus als auch Portal grundsätzlich überzeugen. Darum wird wohl auch die kommende Smartwatch den Konkurrenzprodukten nicht hinterherhinken. Aber auch das HTC First wurde seinerzeit für seine Technik gelobt. Will Facebook in dem hart umkämpften Markt der Smartwatches Fuß fassen, müssen Produkt und Marketing auf ganzer Linie überzeugen – Durchschnitt wird nicht reichen.