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Faktencheck: So geht Facebook gegen Fake-News vor

Schon mal einen vom Faktencheck als „falsch“ markierten Beitrag auf Facebook entdeckt? Die Digitalen Perspektiven haben sich angesehen, wie Facebooks Mittel gegen Fake News funktioniert, welche Auswirkungen das Kennzeichnen von Falschmeldungen auf die Posterinnen und Poster hat und was getan werden kann, wenn sich jemand zu unrecht falsch bewertet fühlt.

Schon mal einen vom Faktencheck als „falsch“ markierten Beitrag auf Facebook entdeckt? Die Digitalen Perspektiven haben sich angesehen, wie Facebooks Mittel gegen Fake News funktioniert, welche Auswirkungen das Kennzeichnen von Falschmeldungen auf die Posterinnen und Poster hat und was getan werden kann, wenn sich jemand zu unrecht falsch bewertet fühlt.

 

Ein ganz normaler Tag mit Facebook: Wir posten, liken, teilen. Plötzlich erscheint eine Meldung zu einem dieser Beiträge: „Falsch“, „Fehlender Kontext“ oder eine ähnliche Angabe mit dem Hinweis: „Unabhängige Faktenprüfer haben den Beitrag bewertet.“ Auch schon gesehen? Hier kam Facebooks Faktencheck zum Einsatz.

 

Lösung war überfällig

Schon lange wird Facebook vorgeworfen, Fake News eine Plattform zu bieten. Und eine ganze Weile hat sich das Netzwerk auch aus der Verantwortung gezogen: Facebook habe keinen Einfluss darauf, was seine Userinnen und User posten, hieß es. Schließlich wurde der öffentliche (und in manchen Ländern auch rechtliche) Druck zu groß und der Facebook-Konzern sah sich gezwungen zu handeln: Facebook entwickelte daher den „Faktencheck“ – und forciert ihn seit Corona und damit einer Blütezeit der Falschmeldungen noch stärker als bisher.

 

So wird überprüft

Neben Artikeln, Fotos, Videos und Textbeiträgen werden bei Facebook und der Schwesternplattform Instagram auch Anzeigen geprüft. Potentielle Falschmeldungen werden mit Hilfe von definierten Signalen erkannt – etwa wenn bestimmtes Feedback von Userinnen und Usern gehäuft auftritt. Mögliche Bewertungen im Rahmen des Faktenchecks sind: „Falsch“, „Verfälscht“, „Teilweise Falsch“, „Fehlender Kontext“ und „Satire“. Die genaue Definition, was in welche Kategorie fällt, findet sich hier. Facebook arbeitet dafür mit externen, vom International Fact-Checking Network (IFCN) zertifizerten Faktcheckern aus aller Welt zusammen. Im deutschsprachigen Raum ist vor allem die Redaktion Correctiv bekannt – und nicht ganz unumstritten. Immer wieder treffen Beschwerden ein, dass die Bewertungen nicht passend seien.

 

Folgen einer negativen Bewertung

Eine negative Bewertung hat Auswirkungen auf die Reichweite eines Postings und die sie verbreitenden Facebook- bzw. Instagram-Seiten: Wird eine Verfehlung erkannt, wird der Beitrag entsprechend gekennzeichnet. Hat jemand den Inhalt geteilt, bekommt dieser User oder diese Userin eine Benachrichtigung, dass der Beitrag Fehlinformationen enthält. Der Content wird außerdem im News Feed nach unten gereiht und taucht bei Instagram nicht mehr unter „Entdecken“ auf. Damit wird die Reichweite des Inhalts deutlich eingeschränkt. Werbeanzeigen mit falschen Inhalten werden generell abgelehnt. Websites und Facebook-Seiten, deren Inhalte wiederholt als falsch gekennzeichnet werden, müssen mit Konsequenzen rechnen: Die Sichtbarkeit ihres anderen Contents kann ebenso reduziert werden, der Entzug von Monetarisierungs- und Werbegenehmigungen ist möglich, oder es wird ihnen für einen bestimmten Zeitraum die Registrierungsmöglichkeit als Nachrichtenseite entzogen.

 

Urteil ist anfechtbar

viele stört aber allein schon der Vermerk als Falschinformation. Gerade Nachrichtenportale und Userinnen und User, die als seriös wahrgenommen werden wollen, befürchten, dass ihre Glaubwürdigkeit durch diese Kennzeichnung leidet. Es gibt – abgesehen von der Löschung des Beitrags – zwei Möglichkeiten eine Bewertung zu ändern: Eine Korrektur oder der Einspruch. Dafür bietet Facebook sogar eigene E-Mail Vorlagen an. Sich selbst zieht der Konzern aber auch hier wieder aus der Verantwortung: Beschwerden werden direkt von den Faktenprüferinnen und -prüfern bearbeitet. Einen anderen Weg geht übrigens Twitter: Der Microbloggingdienst prüft die Inhalte selbst. Weniger Kritik gibt es darum aber auch nicht. Schließlich hört niemand gerne, dass er oder sie „Fake News“ verbreitet.