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Gastbeitrag: Clubhouse - der 🎉 ist weg.

Die neue Social-App Clubhouse ist in aller Munde. Wir haben euch vor kurzem bereits einen Ăśberblick ĂĽber die Funktionen gegeben. In seinem Gastbeitrag berichtet bauranda nun ĂĽber seine Erlebnisse nach einer Woche auf Clubhouse:

Clubhouse ist die neue Hype-App trotz aller Unkenrufe auf lineare Medien. Neueinstieger sind am Partyhut-Emoji 🎉 in ihrem Profilbild zu erkennen. Nach ca. einer Woche verschwindet der Partyhut und man ist einer der „alten Hasen“ auf der App. Zeit für einige Tipps und Insights nach einer Woche auf Clubhouse.

 

Überraschend höflich

Wenn man den oft vorherrschenden Tonfall auf Facebook und Twitter kennt, dann ist Clubhouse dagegen wohltuend höflich. Die Klarnamenpflicht und den Einsatz der eigenen Stimme scheinen Trolle noch abzuschrecken. Allerdings gibt es schon erste Berichte von Trolling und Mobbing. Wenn jemand in dieser Richtung unangenehm auffällt, kann man den User durch „tab and hold“ auf das Userfoto blockieren oder melden.

 

Räume suchen noch nicht möglich

Viele Moderatoren hosten regelmäßig Räume. Momentan ist noch keine Suche nach Räumen möglich, daher die Empfehlung, den Moderatoren eines Raumes zu folgen, wenn man benachrichtigt werden will, dass dieser Moderator einen Raum eröffnet oder in den Clubhouse-Kalender einpflegt.

 

Ruheraum – Time to connect – Stilles Vernetzen

Der Ruheraum (wie meta ist das bitte in einer Audio-only App?) hat sich inzwischen schon im deutschen Clubhouse etabliert, immer öfter tauchen nun themenspezifische „Stilles Vernetzen“ Räume auf. Diese Räume, in denen offensichtlich nicht gesprochen wird, dienen quasi als Nutzerkatalog, in denen man sich in Ruhe die Profile der User anschauen und ihnen auf Clubhouse und anderen Social Media Kanälen folgen kann.

 

Biografie

Für erfolgreiches Networking sollte die Biographie befüllt sein. Im Moment können klickbare Links zu Twitter und Instagram hinterlegt werden. Andere Links sind nur als Text in der Biografie möglich. In der Biografie ist auch zu sehen, wer einen User zu Clubhouse eingeladen hat.

 

Interaktion auf der BĂĽhne

Wenn man auf die Bühne eingeladen wird, dann ist es üblich, dass man sofort sein Mikro mutet (unten rechts am Bildschirm), damit es keine Rückkopplungen oder Störgeräusche gibt. Auch nach einer Wortmeldung ist es erwünscht, das Mikro wieder still zu schalten, aber das ist man ohnehin von Zoom inzwischen gewöhnt. Applaus spendet man, indem man das Mikrofon-Icon schnell hintereinander drückt. Mit wiederholtem Drücken des Mikro-Icons in langsameren Abständen signalisiert man einen Sprechwunsch. Hat man nichts mehr zu sagen, kann man wieder ins Publikum wechseln (“Tab and hold” auf das eigene Profilbild und “move to audience”).

 

Berufliche Verwendung

In welchen Bereichen kann ich mir eine berufliche Nutzung vorstellen? Clubhouse und die DSGVO sind nicht die besten Freunde, um es mal sehr harmlos auszudrĂĽcken. Das Hauptthema ist der Zugriff auf das Handy-Telefonbuch durch die App. FĂĽr die berufliche Nutzung nutzt man am besten ein eigenes Smartphone ohne Telefonbuchdaten oder gibt zumindest der App das Telefonbuch nicht frei. Allerdings kann ich dann auch niemandem ein Invite schicken.

 

1) Aufbau einer persönlichen Marke

Für Experten ist Clubhouse ein toller Ort um ihr Fachwissen an die User zu bringen, sowohl in eigenen Räumen, als Experte in einem Panel oder auch in jenen, in denen man sich auf die Bühne als Redner meldet.

 

2) Networking

In Zeiten von Corona sind klassische Netzwerktreffen nicht möglich. Clubhouse ist ein Weg, Corona in dieser Hinsicht ein Schnippchen zu schlagen und sich vor allen über größere Entfernungen hin zu vernetzen.

 

3) Das Ohr bei den Kunden/Interessenten haben

Jeden Tag gibt es z. B. eine Morgenkonferenz der Zeit auf Clubhouse in der die Redakteure auf der Suche nach interessanten Themen das Publikum im Raum nach Vorschlägen fragen. Zahlreiche Politiker probieren ebenso, via Clubhouse Stimmen und Stimmungen aus der Öffentlichkeit zu erfahren.

 

Bubble-Building

Der Algorithmus von Clubhouse basiert auf

  • Interessen, die man auswählt
  • Räume, die man besucht
  • User, denen man folgt

Diese Faktoren kann man selber beeinfluĂźen, wenn die Bubble nicht zu eng werden soll.

 

FOMO und Zeitaufwand

Clubhouse hat massives FOMO (fear of missing out) Potenzial. In Zukunft werden sicher noch Optionen eingebaut, genauer zu finden, was man sucht, aber im Moment gleicht Clubhouse oft der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Der lineare Inhalt bei Clubhouse erhöht den Zeitaufwand für die App ungemein. Natürlich ist es auch möglich, sich nur berieseln zu lassen und man muss nicht in jedem Raum auf der Bühne sein.

 

Under development

Clubhouse ist in der „private Beta“ Phase. Daher sind noch viele Funktionen in Entwicklung oder noch gar nicht implementiert. Es wird spannend, was da noch alles kommen wird. Die Öffnung für Android-Smartphones soll in ca. 3–6 Monaten Realität werden. Anscheinend ist auch eine Desktop-Version geplant. Sonntags wird um 18:00 eine „Clubhouse Townhall“ gehostet in der neue Features vorgestellt und Userfragen beantwortet werden.