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Geoblocking im Online-Handel

Geoblocking hält EU-Bürger vom Online-Shopping im Ausland ab. Das EU-Parlament möchte diese Barrieren im Online-Handel zugunsten der Konsumenten noch vor Jahresende abbauen. Kritik kommt dabei aus der Wirtschaft.

Die Abschaffung der Roaminggebühren war bereits ein Schritt in diese Richtung: Das Europarlament arbeitet daran, auch die „imaginären Grenzen“ der EU-zu entschärfen. Ausgerechnet in der digitalen Welt sind diese Grenzen noch immer weitgehend undurchlässig. Aus diesem Grund könnte das nächste geplante EU-Vorhaben bei dem ein oder anderen Verbraucher auf Begeisterung stoßen: Das Einschränken von Geoblocking soll den Online-Handel in Zukunft verbraucherfreundlicher machen.

Geoblocking als Verbraucherhürde im Online-Handel

Sei es das Buchen von Mietautos für den Urlaub oder das Bestellen von Produkten aus dem Ausland: Geoblocking schränkt Verbraucher aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit, ihres Wohnsitzes oder ihres aktuellen Aufenthaltsortes in ihrer Freiheit im E-Commerce stark ein. Blockierte Seiten, oder die Umleitung auf eine andere Website mit höheren Preisen sind meist die Folgen, wenn sich der Nutzer auf einer ausländischen Seite etwas bestellen möchte. Bislang war es für Händler möglich, ihre Produkte auf unterschiedlichen Länderseiten mit unterschiedlichen Preisen anzubieten. Auf diese Weise ist es möglich, ein Produkt beispielsweise in Frankreich billiger zu verkaufen als in Österreich und den Nutzer gleichzeitig vom Kauf auf der französischen Seite auszuschließen.

Kritik aus wirtschaftlicher Sicht

Martin Sonntag, WKÖ-Obmann für den Versand-, Internet- und allgemeinen Handel, hält das Vorhaben des europäischen Parlaments für „KMU -feindlich und kontraproduktiv“, wie der Horizont kürzlich berichtete. Auch Handelsobmann Peter Buchmüller ist der Meinung, dass jedem Händler selbst überlassen sein muss, wem er seine Waren verkaufen möchte und wem nicht. Buchmüller und Sonntag sind sich einig, dass diese Verordnung nicht dazu beiträgt, den grenzüberschreitenden Online-Handel zu fördern: Die Reaktion der Händler wird sein, dass sie sich einen Online-Verkauf zweimal überlegen. “Das ist doppelt kontraproduktiv – nicht nur für die österreichische Wirtschaft, sondern auch für die Konsumentinnen und Konsumenten,” so die Vertreter der heimischen Wirtschaft.

Dennoch bietet sich auch trotz der neuen Regelung eine Möglichkeit der freien Entscheidung für die Händler: Sie müssen allen Kunden in der EU zwar die gleichen Regeln bieten, können aber nach wie vor selbst entscheiden, ob sie die Waren auch tatsächlich in das jeweilige Land liefern.