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GIFs: Die neuen Superstars der Online-Kommunikation

GIFs sind in sozialen Netzwerken und auf Blogs beliebter denn je. Bald könnten die animierten Kurzclips auch als Werbebotschaften auf unserem Handy auftauchen.

GIFs sind Bitmap-Dateiformate, die bereits 1987 entwickelt wurden. GIF steht dabei für „Graphics Interchange Format“. Im Grunde sind GIFS Bilder, die nach dem Daumenkino-Prinzip aneinandergereiht werden. GIFs gibt es schon lange und gerade erleben sie ein großes Revival: Ob Kurzsequenzen aus (Kult-)Filmen, Serien oder zuletzt im US-amerikanischen Wahlkampf: GIFs sind fast immer für einen Lacher gut. Und das kommt an. So gut, dass die kurzen Clips im Social Web fleißig weiterverbreitet werden. Dieses Multiplikator-Phänomen ruft auch die Werbebranche auf den Plan.

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Werbung mit Kurzclips

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg war einer der ersten, die das Potenzial der wiederentdeckten GIFs auch für Werbezwecke erkannten. Facebook unterstützt die animierten Bilder seit Mitte letzten Jahres. Milliarden Facebook-Nutzer verbreiten mittlerweile zahllose Kurzclips und sorgen so unermüdlich für Interaktion auf der Seite. Wenig verwunderlich also, dass Facebook und Twitter bereits in den Startlöchern stehen, um GIFs künftig auch werblich zu nutzen. Besonders gut funktioniert das GIF-Prinzip übrigens bei mobilen Endgeräten – die Mini-Sequenzen kommen unserer immer kürzer werdenden Aufmerksamkeitsspanne optimal entgegen. Auch Apple oder Instagram haben sich des GIF-Trends angenommen: Instagram launchte 2015 beispielsweise die APP „Boomerang“, die es jedem Nutzer ermöglichen soll, auf einfachem Weg ein kurzes Endlos-Video zu produzieren. Diese werden meist dazu benutzt um subtile Bewegungen in statischen Situationen wiederzugeben.

 

Storytelling

GIFs einen sich auch für multimediales Storytelling, weil mit einem animierten Mini-Filmchen meist mehr erzählt werden kann und Emotion effektiver transportiert werden kann als „nur“ mit einem Foto. Beispiele finden sich aktuell im US-Wahlkampf. Ein beliebtes GIF zeigt die Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton in einer kurzen Sequenz während der elfstündigen Anhörung über den Benghazi-Anschlag. Ein Seufzer, eine wegwerfende Handbewegung, ein gelangweilter Blick. Alles in einem kurzen Film, der mehr sagt als viele Worte. Und mehr als ein Foto. Das perfekte GIF. Aber hier stoßen die Kurzclips auch an ihre Grenzen: Eine kritische und tiefere Auseinandersetzung mit Inhalten und Argumenten, wie sie in der Politik gefragt sind, lassen GIFs freilich nicht zu. Noch dominiert der bloße Unterhaltungsfaktor, bald könnten sie auch zur Ergänzung von Produktmarketing und klassischer Werbung mutieren. Alles, was darüber hinaus geht und einer kritischeren Rezeption bedarf, ist eine ganz andere Baustelle.

Ob Fotografie von morgen oder Werbebotschaften von heute: Es bleibt in jedem Fall spannend, was auf der GIF-Welle noch alles geschwommen kommt.

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