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Jeder achte Onlinekauf geht wieder retour

Der Online-Handel boomt. Doch die gratis Rücksendeoptionen vieler Shops heizen den Retoure-Wahnsinn immer mehr an – Onlineshops sehen Handlungsbedarf.

Bestellen, anprobieren, Fotos knipsen, zurückschicken. Man könnte es fast schon als modern bezeichnen, sich Klamotten zu bestellen, sie vor dem Spiegel anzuprobieren, ein perfekt gestyltes Instagram-Foto zu machen, um die Sachen anschließend wieder zurückzuschicken. Versandhändler wie Amazon, Zalando oder Otto lassen diesen Trend ohne jegliche Verbindlichkeit zu. Falsche Farbe, zu groß, zu klein, zu kurz, gefällt mir einfach nicht. Wieder einpacken und retour – kostet ja nix.

Kleidung wird besonders gerne zurückgeschickt

Eine neue Bitkom-Studie zeigte kürzlich, dass in Deutschland inzwischen jeder achte Onlinekauf wieder zurückgeschickt wird. Die Anzahl der Retouren ist in den vergangenen zwei Jahren um 20 Prozent gestiegen. „Die Retourequoten sind gerade in speziellen Warengruppen wie bei Kleidung enorm hoch und steigen von Jahr zu Jahr“, sagt Bitkom-Expertin Julia Miosga. Vor allem die 14- bis 29- jährigen Online-Einkäufer sind Spitzenreiter im Zurücksenden: Bei ihnen landen satte 18 Prozent aller Bestellungen wieder beim Versender. Was sich außerdem erkennen lässt: Frauen schicken lieber zurück als Männer. Bei ihnen kommt auf jede siebte Bestellung ein Retourpickerl – Männer geben nur jeden zehnten Einkauf zur Retoure auf.

Onlineshops möchten Anzahl der Retouren reduzieren

Aufgrund der steigenden Zahlen von Rücksendungen und dem damit verbundenen Mehraufwand setzen viele Onlineshops bereits auf detailliertere Produktinformationen oder digitale Möglichkeiten wie das Angebot eines Live-Chats zur Kundenberatung. Auch 360-Grad-Bilder, Nahaufnahmen und Videos können dem Käufer ein Produkt besser nahebringen. Der Modekonzern Mango lässt seine Kunden im Onlineshop sogar einige Fragen zu deren Körperform und Gewicht beantworten, um ihre Kleidergröße zu bestimmen – damit’s auch wirklich passt. „Je mehr Information es zu einem Artikel gibt, desto besser kann der Kunde das Produkt einschätzen und desto weniger gibt es beim Öffnen des Pakets böse Überraschungen. Viele Händler geben bei Kleidung mittlerweile etwa nicht nur die reinen Größen an, sondern auch, wie die Ware ausfällt“, so Miosga.

 

Photo by Drew Beamer on Unsplash