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Jugend 2021: "Posen" ist voll "cringe"!

Das Nutzungsverhalten von Jugendlichen zwischen elf und 17 in den sozialen Netzwerken hat sich verändert: Eine Studie zeigt, dass Selbstdarstellung immer mehr abnimmt und dass Kontakthalten wieder mehr in den Vordergrund rückt. Auch andere Plattformen sind in dieser Altersgruppe wichtig. Unternehmen können daraus ihre Lehren ziehen.

Eine aktuelle Studie von Saferinternet.at hat Interessantes zu Tage gefördert: Die Jugendlichen im Jahr 2021 sind nicht mehr die „Generation Selfie“. Die wichtigste Funktion von sozialen Netzwerken ist für Jugendliche heute mehr denn je das Kontakthalten mit ihren Freundinnen bzw. Freunden und ihrer Familie – wohl auch Corona sei „dank“. Gleich danach rangiert für die Jugendlichen als wichtigste Hauptfunktion „Information und Unterhaltung“ und erst dann folgen eigene Postings.

 

Klasse statt Masse

Dieser Umschwung ist nicht nur alleine Corona geschuldet. Schon länger zeichnet sich ab, dass das klassische Posen für ein Selfie vor dem Spiegel von einer viel überlegteren Art der Inszenierung abgelöst wird. Filter und Bildbearbeitungsprogramme kommen zum Einsatz, um die Selbstdarstellung zu optimieren. Dazu kommt das Teilen von ausgewählten Interessen, Playlists und Ähnlichem. Die jungen Userinnen und User stellen nicht mehr ihr ganzes Leben ungefiltert dar, sondern wählen gezielt aus. Klasse statt Masse also.

 

Optimiert, aber nicht gekünstelt

Ohnehin postet nur noch ein Drittel der Jugendlichen regelmäßig Bilder von sich im Netz. Zum Teil, weil mehr Bewusstsein für Datenschutz herrscht als noch bei früheren Generationen. Aber wahrscheinlich auch deshalb, weil viele es „cringy“ (peinlich) finden, wenn die Selbstdarstellung zu gekünstelt wirkt. Das können sich auch Unternehmen zu Herzen nehmen: Wer zu bemüht wirkt mit den Jugendlichen mit zu halten, der wird schnell als peinlich abgestempelt. Ein simpler Trick kann da schon helfen: Eine Kampagne vorab einfach der richtigen Altersgruppe zeigen. Die wissen selbst am besten, was sie lustig finden – und was nicht.

 

Die beliebtesten Plattformen

Und wo sind die Jugendlichen im Netz unterwegs? Österreichische Jugendliche zwischen elf und 17 verwenden durchschnittlich zwei bis drei Plattformen parallel zueinander. Die beliebtesten sind immer noch WhatApp (98%), YouTube (93 %) und Instagram (84%), wie der Jugend-Internet-Monitor erhebt. Ebenfalls noch großen Einfluss haben Snapchat, das 75 % der befragten Jugendlichen nutzen und TikTok mit 57 %. Nur mehr 34 % der Befragten nutzen den Branchen-Riesen Facebook. Wachsende Bedeutung haben außerdem Discord (33 %), das Austausch auf themenbasierten Kanälen anbietet, und die Videoplattform Twitch (26 %), die beide in der Gaming-Community groß geworden sind. Das sollte manchen Unternehmen bei ihrem Media-Mix zu denken geben, wenn man eine junge Zielgruppe ansprechen will. Die alte „heilige Dreifaltigkeit“ der sozialen Medien – Facebook, Twitter und YouTube – hat im jugendlichen Umfeld weitestgehend ausgedient.