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Kontaktloses Bezahlen auf dem Vormarsch

Während Kontakte dank Corona eingeschränkt werden müssen, erlebt kontaktloses Bezahlen einen wahren Boom. Wir haben die wichtigsten Möglichkeiten zusammengefasst.

Kontakt- und Bargeldloses Bezahlen ist im Moment beliebter denn je. Im Idealfall ist es schnell und unkompliziert, außerdem gibt es einige Menschen die – unabhängig von der Angst vor Keimen – nicht gerne viel Bargeld mit sich herumtragen. Inzwischen sind zahlreiche solcher Services am Markt. Freunde solcher Lösungen freuen sich über die Auswahl, andere finden sich im Angebots-Wirrwarr nicht mehr zurecht. Für ein wenig mehr Überblick finden sich hier die wichtigsten Möglichkeiten zum kontaktlosen Bezahlen mit ihren Vor- und Nachteilen:

 

NFC-Bankomat- und Kreditkarten

NFC (Near Field Communications) kommt den meisten in den Sinn, wenn es um kontaktloses Bezahlen geht. Bereits seit 2013 ist diese Bezahlart in Österreich verfügbar. Die Bankomat- oder Kreditkarte wird an das Lesegerät gehalten und es kann ohne das Eingeben eines PINs oder eine Unterschrift bezahlt werden. Es kommt zu weniger direkten Kontaktpunkten, wodurch die Gefahr für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie für nachfolgende Kundinnen und Kunden, reduziert wird, mit Keimen in Berührung zu kommen.

Allerdings ist dies nur für kleinere Beträge (derzeit bis 50 Euro) möglich und nach der NFC-Bezahlung von insgesamt 125 Euro hintereinander muss erneut der PIN-Code der Karte eingegeben werden. Eine komplett kontaktlose Alternative zu Bargeld ist NFC derzeit also noch nicht.

Der große Vorteil ist auf jeden Fall, dass diese Möglichkeit des Bezahlens den meisten Kunden mittlerweile vertraut ist. Alle gängigen Bankomat- und Kreditkarten sind NFC-fähig. Nahezu alle großen Händler und auch eine Vielzahl an kleinen Läden akzeptieren diese Zahlungsmethode und die Geräte sind leicht verfügbar. Ein Nachteil für den Händler ist, dass auch hier – wie für jede Transaktion mittels Bankomat- und Kreditkarte – eine kleine Gebühr abgegeben werden muss.

 

Digitale Karten auf Handy und Smartwatch

Wer nicht nur auf Bargeld sondern überhaupt auf die Geldbörse verzichten möchte, dem sei eine digitale Debitkarte nahegelegt. Große österreichische Banken bieten mittlerweile eigene Apps an, in denen die Kartendaten hinterlegt sind. Voraussetzung dafür ist ein NFC-fähiges Android-Smartphone (iOS bietet mit Apple Pay seinen eigenen Dienst). Es gelten die gleichen Vor- und Nachteile wie bei der klassischen NFC-Karte. Aber Vorsicht: Ohne Akku geht natürlich auch keine Bezahlung!

 

Apple Pay

Der Technologieriese Apple hat früh reagiert und für seine Geräte eine eigene Lösung entwickelt. Diese nutzt Face- und Touch ID als Sicherheitsfeature, funktioniert sonst aber vergleichbar wie andere digitale Karten. Was die dahinterstehende Technologie betrifft, so hat Apple das Rad nicht neu erfunden: Auch Apple Pay funktioniert mit der NFC-Technologie – inklusive all seiner Vor- und Nachteilen. Allerdings wird Apple Pay noch nicht von allen Banken unterstützt.

 

Google Pay

Vergleichsweise spät sprang Google auf den Trend auf: Erst seit November 2020 ist sein Dienst Google Pay in Österreich verfügbar. Ob Google allerdings den verspäteten Markteinstieg noch aufholen kann, wird sich erst herausstellen. Die großen Banken haben längst ihre eigenen Apps entwickelt und die Bekanntheit lässt auch (noch) zu wünschen übrig.

 

Bluecode

Der Streit zwischen den USA und China zieht weite Kreise – auch im Bezahlwesen. Statt auf Google Pay setzt der chinesische Konzern Huawei auf den österreichisch-schweizer Anbieter Bluecode. Das Programm kann europaweit in das Huawei Wallet integriert werden, das bisher nur für Kundenkarten und Coupons verfügbar war. Das System unterscheidet sich von der NFC-Zahlung: Beim Einkaufen wird ein anonymer Barcode generiert, der an der Kassa eingescannt wird. Damit soll die App sicherer sein als die Konkurrenzprodukte und auch NFC-Skeptikerinnen und -Skeptiker ansprechen. Ebenfalls attraktiv macht den europäsischen Dienst seine Unabhängigkeit von den amerikanischen Anbietern. Laut eigenen Angaben ist man mit allen österreichischen Banken vernetzt und wird von über 85 Prozent der heimischen Lebensmittelhändler akzeptiert.

 

Scan & Go

Der Lebensmittelhändler Billa tut es dem US-Handelsriesen Walmart gleich und testet derzeit, wie das Anstellen an der Kasse überhaupt umgangen werden kann. Mit der „Scan & Go“-App scannen Kundinnen und Kunden die Barcodes der Produkte selbst ein und erteilen dann per Smartphone die Zahlungsanweisung über Kreditkarte oder Mastercard. Am Ende muss am Ausgang der Filiale noch ein Checkout-QR-Code gescannt werden. Das System – das derzeit in einer Wiener Filiale getestet wird – ist auf zehn Produkte pro Einkauf limitiert.  Billa wirbt vor allem mit der Zeitersparnis für die Kundinnen und Kunden. Ein Vorteil für das Unternehmen ist das Sammeln von Informationen über das Einkaufsverhalten – was allerdings nicht jedem Kunden oder jeder Kundin gefallen dürfte.

 

Überweisung

Eine bereits etablierte Art des kontaktlosen Bezahlens sollte der Vollständigkeit halber hier ebenfalls noch angeführt werden: Die klassische Überweisung war für viele Firmen während des ersten Lockdowns ein sehr gutes Mittel, um ihre Geschäftstätigkeiten weiterzuführen. Die Kundinnen und Kunden bestellen telefonisch oder online, überweisen den Betrag und können dann entweder ihre Waren abholen oder sie werden ihnen zugestellt. Die Überweisung klappt gänzlich ohne Terminal und großen Mehraufwand für die Unternehmen (ein Geschäftskonto ist im Normalfall vorhanden), ist dafür aber langsamer als die anderen hier aufgezählten Methoden und für Kundinnen und Kunden umständlicher. Für leicht verderbliche Waren oder Produkte, die schnell benötigt werden, bietet sich diese Variante nicht an.