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Kriegt Twitter seine Trolle in den Griff?

Trolle, Hasskommentare und Bots machen den Menschen auf Twitter das Leben schwer. Der Kurznachrichtendienst versucht dem nun mit dem „Safety Mode“ und einer Bot-Kennzeichnung endlich einen Riegel vor zu schieben.

Dass Twitter ein Troll-Problem hat, ist bekannt. Spam, Fake-News und Hassreden sind zwar auch auf anderen Social Media Plattformen ein Thema, aber gerade auf Twitter wirkt das Gesprächsklima oft überraschend rau. Dem will der Microbloggingdienst nun entgegenwirken und führt den sogenannten „Safety Mode“ ein. Angekündigt wurde die Funktion bereits beim Investorentag im März, jetzt ging sie endlich in die Testphase.

 

Der „Safety Mode“

Ist der „Safety Mode“ aktiviert, werden Blogs, die Hasskommentare oder Spam posten automatisch blockiert. Die Sperre gilt für sieben Tage nach dem Bekanntwerden einer Verfehlung. Das soll zu einer gesünderen Gesprächskultur auf Twitter beitragen. Nicht von einer automatischen Sperre betroffen sind Accounts, denen gefolgt wird oder mit denen die jeweilige Nutzer*in regelmäßig in Kontakt ist.

 

Kennzeichnung von Bots

Um für mehr Klarheit zu sorgen, hat Twitter außerdem ein neues Label für Bots eingeführt. Bots sind automatisierte Accounts, die beispielsweise selbstständig Links zu aktuellen Nachrichten posten. Sie werden etwa zur Erdbebeninformation oder aktuell für COVID-19-Updates eingesetzt. Es gibt mittlerweile aber auch eine Menge Bots, die spamartig Falschinformationen über das Netz verteilen. Twitter kennzeichnet künftig die „guten“ Bots: Sie sind so klar als automatisierte Dienste erkennbar und auch, wer sie erstellt hat. Das soll den Bots mehr Legitimität geben und für die Nutzer*innen transparenter werden.

 

Kampf gegen Fake-News

Ob all diese Maßnahmen reichen, um der Fülle an Trollen und Fake-News Herr zu werden, wird sich zeigen. Twitter setzt bei der Moderation seiner Plattform fast ausschließlich auf künstliche Intelligenz. Das hat in der Vergangenheit zu Kritik geführt – und zwar aus beiden Richtungen: Beschweren sich manche darüber, dass Twitter gewisse Meldungen nicht als Hassreden erkennt, bemerken andere wiederum, dass harmlose oder informative Tweets gelöscht werden, weil sie bestimmte Begriffe beinhalten. Auch der Kampf gegen Fake-News lief auf Twitter nur zögerlich an. Twitter hat sich jedoch kürzlich mit Reuters und Associated Press zusammengetan, um mehr geprüfte Fakten zu verbreiten. Außerdem wurde Anfang des Jahres die sogenannte „Birdwatch“ eingeführt – quasi eine Online-Bürgerwehr, bei der sich Twitter-User*innen freiwillig engagieren und problematische Tweets identifizieren können.

 

Ob all diese Bemühungen Früchte tragen, sollte in den nächsten Monaten an einem besseren Gesprächsklima auf der Plattform bemerkbar werden. Wer übrigens wissen möchte, wie Twitter-Konkurrent Facebook gegen Fake-News vorgeht, kann hier unseren Beitrag zum Faktencheck nachlesen.