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Let’s roll - E-Scooter erobern weltweit die Städte

Man sieht sie mittlerweile fast an jeder Ecke. Klein, schmal, handlich und vor allem leise – E-Scooter sind weit mehr als aktuell. Bereits vier Anbieter sind es alleine schon in Wien. Doch wer nützt sie wirklich und bleibt der Neuigkeitseffekt auch bestehen?

Mit einer App ab auf den Roller. Das Prinzip ist ähnlich wie bei anderen Sharing-Diensten. Doch der Trend ist nicht ganz unumstritten. Mit der seit erstem Juni explizit für E-Scooter geltenden Gesetzesbezeichnung „Rollerfahren“ wurde ein klares Zeichen, gegen die im Umlauf befindlichen Unstimmigkeiten, gesetzt. Befürworter hingegen betonen den positiven Aspekt für die Umwelt – die Roller sollen Städte von Autos befreien.

 

Eines haben sie alle gemeinsam

Das Prozedere ist bei allen Anbietern gleich. Zuerst wird eine App installiert, die für alle Anbieter kostenlos zur Verfügung steht. Nach Registrierung und Angabe der Kreditkarte, kann sich der Nutzer bereits alle auf der Karte verfügbaren Scooter anzeigen lassen. Durch GPS-Signale wird der aktuelle Standort festgehalten und dem User nahegelegene Fahrzeuge vorgeschlagen. Ist man fündig geworden, wird über die App der auf dem Scooter angebrachte QR-Code gescannt und schon kann losgerollt werden. Auch bei der Bezahlung bewegen sich die Anbieter alle auf einem ähnlichen Niveau. Eine zehnminütige Fahrt kostet zwischen zwei und drei Euro. Neue Anbieter erhoffen sich mit den noch niedrigen Preisen den vollen Durchbruch am Markt. Anklang finden die Scooter mittlerweile auch schon in den kleinen Bundesländern wie Vorarlberg.

 

Wer nutzt sie?

Vor allem bei Touristen finden die praktischen Roller großen Anklang. Die Sightseeingtour wird nicht nur entspannter, sondern oft auch schneller. Im Vergleich zur U-Bahn wird die Stadt auch von einem ganz anderen Blickwinkel erkundet. Es überrascht also kaum, dass rund 42 Prozent der E-Scooter Nutzer Touristen sind. Besonders hoch ist der Anteil auch beim männlichen Geschlecht – dieser macht bereits zwei Drittel aus. Gerade Führungskräfte profitieren vom bereits fest am Markt etablierten Fahrzeug. Zur zweitgrößten Nutzergruppe zählen Studenten. Doch warum werden die Roller überhaupt genutzt? Genau dieser Frage stellte sich die Bitcom-Studie bei einer durchgeführten Umfrage. Rund 69 Prozent der Befragten geben an, dass es vor allem Spaß macht, ohne viel Anstrengung flexibel durch die Stadt zu fahren. Der praktische Nebeneffekt: Es spart zudem an Zeit.

 

Neues Gesetz gilt ab 1. Juni

Mit der vom Nationalrat beschlossenen Verordnung „Rollerfahren“ wurde für klare Regeln im Gesetz gesorgt. E-Scooter dürfen ab sofort nicht mehr auf Gehsteigen und Schutzwegen gefahren werden. Zudem verpflichten sich alle E-Scooter Lenker zu den gleichen Verhaltensvorschriften wie Radfahrer. Der Gesetzgeber zeigt damit eine klare Reaktion auf die vielen Unstimmigkeiten seit dem Start im Jahr 2018.

 

Profitiert die Umwelt davon?

Die Idealvorstellung – keine Autos mehr in den Innenstädten. Stattdessen heißt es: öffentliche Verkehrsmittel oder man leiht sich für kurze Strecken eben einen E-Scooter aus. Ob man damit aber der Umwelt und dem Klima wirklich einen Gefallen tut? Umfragen haben gezeigt, dass Teilnehmer die Strecken ohnehin zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt hätten, wenn gerade kein Roller zur Verfügung wäre.. Es bleibt also noch spannend, wie sich die Rollernutzung in Zukunft auf den Verkehr auswirkt. Wie steht ihr dieser Entwicklung gegenüber?

Quellen: digital pioneers, trending topics

Photo by Marek Rucinski on Unsplash