…

Nie mehr Schlüssel suchen: Apple öffnet „Wo ist?“

Nach Jahren der Abschottung öffnet Apple seinen Ortungsdienst „Wo ist?“ endlich für Drittanbieter. Bisher konnten mit dem Dienst nur Apple-Geräte lokalisiert werden. In Zukunft ist es möglich, auch Produkte von anderen Herstellern leichter wiederzufinden.

Apple ist bekannt dafür, in seiner Produktwelt lieber unter sich zu bleiben. Das wurde auch bei dem Dienst „Wo ist?“ deutlich. Ursprünglich als „Where is my iPhone?“ eingeführt, hilft das Programm Nutzerinnen und Nutzern, ihre Geräte wiederzufinden. Es ist damit also möglich, Handy, Tablet oder Bluetooth-Kopfhörer zu orten – vorausgesetzt sie sind auch von Apple. Das wird sich nun ändern: Apple stellte kürzlich das Programm MFi („Made For iPhone“) vor. Damit lassen sich auch Produkte von Drittanbietern zu „Wo ist?“ hinzufügen.

 

Fahrrad, Hausschlüssel, Earbuds

Zwar wird es wohl auch in Zukunft (noch) nicht möglich sein, sein Android-Tablet mit dem iPhone zu finden, aber für andere Produkte stehen die Türen offen. Die Möglichkeiten die sich dadurch auftun, sind ebenso verlockend wie vielseitig: Bisher wurde beispielsweise eine Kooperation mit dem niederländischen Fahrradbauer VanMoof, oder dem slowenischen Schlüsselanhängerhersteller Chipolo vorgestellt. Spannend ist aber vor allem die Zusammenarbeit mit Belkin, die eine Vernetzung mit deren kabellosen Kopfhörern – eine deutlich günstigere Alternative zu den Airpods – ermöglicht.

 

Und wo ist der Sinn hinter der Öffnung?

Das Programm ist eine „Win-Win“-Situation für alle Beteiligten: Apple kann damit Produkte für sich nutzen, ohne viel in Entwicklung und Produktion investieren zu müssen. Das Unternehmen behält sich außerdem die Entscheidungshoheit und damit eine gewisse Macht auch über vermeintliche Konkurrenzprodukte vor. Wer mit welchem Produkt Partner wird, entscheidet schließlich Apple. Letztlich werden damit auch Endkundinnen und Endkunden zusätzlich an das iOs-Betriebssystem gebunden. Die ausgewählten Drittanbieter profitieren durch die Assoziation mit der bekannten Marke.

 

Neu: Apples AirTags

Die Öffnung scheint Teil einer Strategie zu sein, „Wo ist?“ populärer zu machen. Denn nur kurz nach Bekanntgabe der Öffnung stellte Apple auch seine eigenen AirTags vor: AirTags sind kleine Anhänger („Tags“), die etwa an Schlüsseln, Geldbörsen oder Rucksäcken angebracht werden, um diese dann über Bluetooth oder über Ultrabreitband (UWB) zu orten. Die aktuellen U1-Ultrabreitband-Chips, die in den neuesten Apple Smartphones verbaut sind, sollen deutlich genauer arbeiten als die Konkurrenz. In der Branche wird vermutet, dass damit Gegenstände bis auf den Meter genau geortet werden können. Das Besondere ist, dass Apple auch fremde iPhones zur Ortung nutzen kann. Nimmt ein iPhone einen AirTag wahr, wird dessen Standort an den Apple Server übermittelt – egal ob das Smartphone und der Tag den gleichen Besitzer oder Besitzerin haben oder nicht. Apple setzt dabei auf eine Verschlüsselung, so dass nur der Tag-Besitzer oder -Besitzerin den Standort abrufen kann. AirTags sind ab 30. April erhältlich.