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Österreichs Schulen werden digital(er)

Österreichs Schulen sollen moderner und damit auch digitaler werden. Eine erste Maßnahme dafür wird bereits nach den Sommerferien für die Schülerinnen und Schüler sichtbar: So bekommen sie beispielsweise ab Herbst 150.000 vergünstigte Tablets und Laptops.

„Österreichs Schulen sollen digitaler werden“ – das hört man schon länger. Mit der Corona-Krise wurde aus dem „sollen“, allerdings ganz schnell ein „müssen“. Und so wurden in einer großen Beschaffungsaktion des Bundes (wir berichteten) 150.000 Tablets und Laptops für die Schülerinnen und Schüler der fünften und sechsten Schulstufe bestellt. Einige davon werden bereits mit Start des kommenden Schuljahres verteilt. Der Rest soll im Laufe des Wintersemesters 2021/22 ausgeliefert werden.

 

Keine einheitlichen Geräte

Dabei handelt es sich um Geräte, die Schulen aus einer Reihe von Modellen auswählen konnten. Die meisten haben sich dabei für Windows-Notebooks (42 Prozent) bzw. für -Tablets (22 Prozent) entschieden, 27 Prozent arbeiten künftig mit iOS Tablets. Nur sieben Prozent haben Chromebooks bzw. Android Tablets gewählt. Es sind also unterschiedliche Betriebssysteme im Einsatz. Das macht es für Hersteller von Schulsoftware nicht unbedingt einfacher. Unabhängig vom Betriebssystem verfügen die Geräte über vier Jahre Garantie und sind für die Schülerinnen und Schüler stark vergünstigt zu haben: Es gibt einen 25-prozentigen Selbstbehalt, was rund 100 Euro ausmacht – abhängig vom gewählten Gerät. Die Laptops bzw. Tablets gehören damit auch den Schülerinnen und Schülern. Einkommensschwache Familien können sich vom Selbstbehalt befreien lassen.

 

Glasfaser für Bundesschulen

Neue Geräte alleine stellen aber noch keinen digitalen Schulalltag sicher. Darum hat die Regierung gleichzeitig auch angekündigt, dass bis 2023 alle Bundesschulen mit einer Glasfaser-Verbindung ausgestattet werden sollen. Kritikerinnen und Kritiker der Maßnahmen geben aber zu bedenken, dass die Klassenräume der meisten Schulen noch gar nicht dafür gerüstet sind: Es braucht beispielsweise noch viel mehr Steckdosen, Router und Firewalls, um einen reibungslosen Betrieb zu gewährleisten. Zudem sind die Maßnehmen für die Lehrerinnen und Lehrer voraussichtlich mit einem höheren administrativen Aufwand und Weiterbildungsbedarf verbunden. Diese Umbaumaßnahmen und Investitionen werden bei dem Digitalisierungspaket vom Bund derzeit (noch) nicht berücksichtigt. Doch mit der Beschaffung der Geräte ist ein erster Schritt getan.