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Roboterjournalismus als Zukunft?

Texte, die sich von ganz allein schreiben: Roboter-Journalismus – die einen fürchten ihn, die anderen begrüßen ihn.

Tausende Artikel auf Knopfdruck, fast ohne menschliche Arbeit: Künstliche Intelligenz macht’s seit etwa 2014 möglich. Automatische Textgenerierung, viel diskutiert unter dem Begriff Roboterjournalismus, gilt entweder als Schreckgespenst oder Helferlein – doch wie sind diese Texte einsetzbar?

Wenn Texte von Robotern stammen

Künftig schreiben nicht mehr nur noch Menschen Inhalte, sondern auch Computer. Auf einfache Weise füttern Redakteure den Computer mit Textbausteinen, wie beispielsweise mit Spielergebnissen, Temperaturangaben oder Börsenwerten. Diese Daten füllen Lücken in einem bereits vorgefertigten Text. Geht es um einen Fußballbericht und die Maschine erhält die Information, dass beide Teams gleich viele Tore geschossen haben, so wählt das Programm die Formulierung „Die Mannschaften trennten sich … unentschieden“ aus. In die Leerstelle kommt anschließend beispielsweise 1:1. Je mehr Daten vorliegen, desto besser – denn der Computer „lernt“ und kann nur so viel leisten, wie der Programmierer ihm breibringt.

Künstliche Intelligenz als Ergänzung

Roboterjournalismus ohne Mensch geht gar nicht. Experten sind der Meinung, dass computergenerierte journalistische Texte auch weiterhin nur eine Ergänzung zum herkömmlichen Journalismus darstellen. Denn die Textbausteine, die das System enthält, schreibt auch weiterhin ganz klassisch der Mensch. Ein Vorteil des Roboterjournalismus ist, dass das Programm diese eingebebenen Textbausteine beliebig miteinander vermischt. Auch in tiefster Nacht und nach dem zehnten Artikel ist es nicht müde und wiederholt sich nicht – es mischt immer weiter und produziert neue Texte. Die Stärke der computerbasierten Textgenerierung liegt daher ganz klar in der Massenproduktion von standardisierten Berichten. Kommt es jedoch auf gut recherchierte Beiträge wie Reportagen an, so stoßen die Programme bisher an ihre Grenzen. Sie können eben nur das miteinander kombinieren, was ihnen einprogrammiert wird. Der Hamburger Journalistik-Professor Thomas Hestermann erklärt in einem Interview gegenüber Meedia: „Guten, phantasievollen Journalismus wird auch in 50 Jahren kein Roboter produzieren“.

Weitere Informationen zum Thema Roboterjournalismus liefert die Welt oder die Süddeutsche Zeitung.