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Rundum-sorglos-Paket WeChat

Egal, ob du ein Taxi bestellen, Lebensmittel einkaufen, einen Arzttermin vereinbaren oder Geld überweisen willst, die Full-Service App WeChat kann alles. Das Wundertool aus China.

Seit 2011 gibt es den chinesischen Messenger-Dienst WeChat, der ursprünglich wie der amerikanische Konkurrent WhatsApp aufgebaut war. Während böse Zungen in der Vergangenheit behaupteten, dass es sich um einen Abklatsch des Originals handelte, ist das inzwischen nicht mehr der Fall: Immerhin ist die „Kopie” inzwischen schon besser als das Original. Die Full Service Plattform WeChat ist ein Alleskönner: Der ganze Alltag kann über die App organisiert werden, egal ob das Vereinbaren von Arztterminen, das Bezahlen von Rechnungen etc. Auch als soziales Netzwerk kann WeChat genutzt werden. Es können Postings erstellt werden, man kann mit Arbeitskollegen in Kontakt bleiben, sich von Influencern inspirieren lassen oder mitverfolgen, wer gerade wo im Urlaub ist. Die WeChat ID kann außerdem als neue Visitenkarte verwendet werden, denn zur Identifikation wird jedem User ein QR-Code und/oder ein Barcode zugeordnet.

 

Die meistgenutzte App Chinas 

In China, dem Heimatland des Messengers, heißt WeChat „Weixin” und gehört zum Internet-Unternehmen Tencent. Die App war von Beginn an ein Erfolgsschlager. Innerhalb von acht Jahren stieg die Zahl der monatlich aktiven Nutzer von 2,8 Millionen auf unglaubliche 1,15 Milliarden. Im direkten Vergleich hat Facebook weltweit fast 1,9 Milliarden aktive Nutzer. (Stand: 2020) Allerdings sind in China Facebook, Twitter, YouTube, Instagram, WhatsApp sowie andere Google Service verboten oder nur sehr eingeschränkt verfügbar. Daher ist es wenig überraschend, dass WeChat die meistgenutzte Handyapp Chinas ist. Allerdings steht Tencent offen zur Kooperation und dem Datenaustausch mit der chinesischen Regierung.

 

Der kleine, aber feine Unterschied

Der Unterschied zu den bei uns verbreiteten sozialen Netzwerken bzw. Apps ist, dass es sich um in sich geschlossene Systeme handelt. Bei WeChat ist das anders: Es gibt über 600.000 Miniprogramme, die wie eine App in der App funktionieren – und zwar ohne Installation oder regelmäßige Updates. Das bedeutet, während WhatsApp-Nutzer zwischen den einzelnen Apps wechseln müssen, können die WeChat-Nutzer den Full Service mit nur einer einzigen App genießen.

Das ist natürlich ausgesprochen praktisch, oder? Allerdings nutzen nur die wenigsten Europäer die App. In China sieht das anders aus. Dort hat WeChat längst den gleichen Status wie WhatsApp und Facebook hierzulande inne hat.

 

Warum WeChat für heimische Unternehmen interessant sein kann:

Wien und auch Oberösterreich haben das Potenzial von WeChat erkannt: Immerhin hat sich innerhalb der letzten neun Jahre das chinesische Gästevolumen in Österreich verfünffacht. Belief sich die Zahl der Nächtigungen 2018 noch bei 1,4 Millionen, wird in Zukunft mit stetig steigenden Zahlen gerechnet. Das Schloss Schönbrunn will beispielsweise ein mini WeChat-Programm erstellen, um dem chinesischen Touristen zukünftig den direkten Ticketerwerb über WeChat und das Einlösen vor Ort via QR-Code zu ermöglichen. Oberösterreich ging schon im März 2018 mit einem eigenen offiziellen WeChat Kanal live. Ziel ist es, mithilfe von regelmäßigen Postings, Reisetipps und Inspirationen das Bundesland als interessantes Reiseziel hervorzuheben.

Was ist deine Meinung zum WeChat-Trend? Wird sich die Full Service App auch in unseren Breitengraden durchsetzen oder eher nicht?

Quelle: Statista, MASSIVE ART, Österreich Werbung, AllFacebook

Photo by Jezael Melgoza on Unsplash