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Stopp Corona – die österreichische „Contact Tracing App“

Vorarlberg/Wien. Beim ersten virtuellen Digitale Perspektiven Stammtisch am 26. Mai stellte Patrick Hasler, Vorstandsassistent beim Roten Kreuz in Wien, die Stopp Corona App vor. Die App gilt als digitales Werkzeug zur Bekämpfung von Covid-19.

Die Stopp Corona App ist eine freiwillige Contact Tracing App, die seit dem 25. März 2020 in den App- & Playstores in Österreich zum Download erhältlich ist. Die App erfasst Begegnungen, gibt Nutzern die Möglichkeit via Fragebogen Symptome zu ermitteln und meldet Verdachtsfälle sowie bestätigte Erkrankungen. „Am 9. März gab es das erste Meeting zur Konzeptionierung der App mit dem Technologiepartner Accenture und 16 Tage später wurde sie gelauncht. In nicht einmal einem Monat veröffentlichten die österreichischen Medien rund 900 Berichte zur App und sie wurde bis zum 25. Mai 618.516 Mal heruntergeladen“, so Patrick Hasler.

Was ist Contact Tracing?

Stopp Corona erfasst Begegnungen und kann so Personen identifizieren, die in einem direkten Kontakt zu einer erkrankten Person standen oder stehen. Besteht eine Infektion von Person x, werden potentiell infizierte Personen über das mögliche Risiko informiert und weitere Maßnahmen, wie z.B. Selbstisolation empfohlen. „Da wir die Personen denen wir im Alltag im Supermarkt, in der Kantine oder im Zug begegnen nicht kennen, hilft das Contact Tracing mittels App die Infektionskette zu unterbrechen, bevor eine infizierte Person Symptome entwickelt“, erklärte Patrick Hasler beim virtuellen Stammtisch.

High- und Lowlights

Die Stopp Corona App ist Europameister, denn die Applikation war die erste funktionstüchtige und datenschutzrechtlich unbedenkliche Contact Tracing App in Europa. Außerdem war das Rote Kreuz unter den ersten Beta-Testern, die einen Zugang zur Schnittstelle zwischen Google und Apple erhalten haben. Technisch ist aktuell der automatische Handshake noch eine Herausforderung, Android Geräte können, wenn die App im Hintergrund läuft, Signale senden und empfangen, iOS Geräte jedoch nur senden. Die politische Debatte zur möglichen Verpflichtung der App hat dem Image ein paar Kratzer verpasst, trotzdem können sich 77 Prozent der Bevölkerung vorstellen, die App freiwillig zu nutzen – was auch von Anfang an die Idee des Roten Kreuzes war.

Ein Blick in die Zukunft

Bis jetzt wurde die App vom Österreichischen Roten Kreuz nur via Social Media beworben, eine Medienkampagne ist aber in Planung. „Es wird gerade an der Möglichkeit einer Beacon-Lösung für Personen ohne Smartphones gearbeitet“, erklärt Hasler und meint weiter: „Mit der Integration technischer Schnittstellen von Google und Apple soll die reibungslose Anwendung auf allen Geräten gewährleistet werden.“

Die Präsentation zum Stammtisch: Stopp Corona App