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USB-C soll Ladestandard werden

Die EU setzt sich für USB-C als einheitlichen Ladestandard für Smartphones ein. Damit wird vor allem Apple unter Druck gesetzt – das Unternehmen kocht seit Jahren sein eigenes Süppchen bei Anschlüssen.

Ein Kabel für alle Geräte – egal ob Tablet oder Handy, egal welche Marke: Geht es nach der Europäischen Union soll, ein einheitlicher Standard bald Realität werden. Im September 2021 legte die EU-Kommission einen Gesetzesvorschlag vor, dem zu Folge die Ladebuchsen von Elektrogeräten in Zukunft vereinheitlicht werden sollen. Neben dem Komfortvorteil für Verbraucher*innen soll mit der Maßnahme auch Elektroschrott reduziert werden. Betreffen wird die Regelung voraussichtlich Smartphones, Tablets, Kameras, Kopfhörer, tragbare Lautsprecher und tragbare Videospielekonsolen.

 

Zieht auch Apple mit?

Von der Industrie gibt es dagegen keinen Aufschrei – im Gegenteil: Die meisten Produzenten haben vor allem bei Smartphones bereits aus eigenem Antrieb ihre Ladebuchsen umgestellt. Nur Apple legt sich quer. Der kalifornische Tech-Konzern hält zunächst noch an seinen „Lightning“-Steckern fest. Die Fronten schienen verhärtet, doch Ende November brodelte die Gerüchteküche, dass das neue iPhone 14 Pro mit USB-C kommen soll. Die Gründe dahinter sind aber nicht etwa die Forderungen der EU, sondern sind vielmehr technischer Natur: USB-C schafft mit dem USB-4-Standard einfach eine schnellere Datenübertragung. Auch das iPad Pro setzt darum schon seit 2019 auf USB-C.

 

Weniger Elektromüll dank weniger Netzteile

So oder so: Die EU-Kommission würde es freuen, wenn Apple einlenkt. Neben dem Ziel, den Ladestandard festzulegen, schlägt die Kommission außerdem vor, dass Verbraucher*innen sich künftig aussuchen können, ob sie ein Ladegerät zu einem neuen Gerät dazu haben möchten oder nicht. Schließlich besitzen die meisten Menschen schon eine Vielzahl an funktionierenden Kabeln und Netzteilen zuhause.

 

Bürokratie als Hemmschuh für Innovation

In der Realität sind wir von den Forderungen der Kommission aber noch weit entfernt. Das EU-Parlament und die Mitgliedsstaaten müssen noch darüber verhandeln. Bis zur endgültigen Umwandlung in nationales Recht kann es dauern. Außerdem ist von einer Übergangsfrist für die Hersteller auszugehen. Gerade diese Bürokratie lässt aber auch Kritik aufkommen: Für Jeffrey L. Ravencraft, Leiter des USB Implementers Forum (USB-IF) sind dermaßen behäbige Behördenwege ein Hemmnis für Innovationen. Jede Änderung am Standard würde so länger brauchen.

 

Alle, die generell genug vom Kabelsalat haben, hoffen währenddessen auf kabellose Alternativen. Hier gibt es bereits vielversprechende Entwicklungen. Mehr dazu auf unserem Blogbeitrag hier.

 

Bildquelle: Lucian Alexe @unsplash