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WhatsApp in der Kritik – die Konkurrenz freut sich

Mit zwei Milliarden Nutzerinnen und Nutzern ist der Instant-Messaging-Dienst WhatsApp, der 2009 gegründet wurde, die beliebteste und am meisten genutzte Nachrichten-App der Welt. Über WhatsApp – das Unternehmen gehört seit 2014 zu Facebook – können Textnachrichten, Video- oder Audiobotschaften versendet werden, auch Telefonate sind möglich. Die größten Konkurrenten sind Signal, Telegram oder Threema. 

Datenaustausch mit Facebook

Seit Anfang Jänner 2021 hagelt die Kritik auf WhatsApp bzw. Facebook nur so nieder. Grund sind die neuen Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen. Diese erlauben, die Daten der Nutzerinnen und Nutzer für Werbezwecke mit Facebook zu teilen bzw. zu verknüpfen. Stimmen die Userinnen und User den neuen Richtlinien nicht zu, können sie den Nachrichtendienst auch nicht mehr nutzen. Pop-up-Fenster zwingen regelrecht dazu. Ursprünglich war als Deadline der 8. Februar geplant. Mit diesem Stichtag sollten die Daten mit Facebook  – zumindest außerhalb von Europa – geteilt werden. Nach den heftigen Reaktionen wurde die Frist jetzt auf 15. Mai verlegt, ändern tut das aber nichts. Auch in Europa muss den neuen Regeln zugestimmt werden, allerdings dürfen aufgrund der strengeren Datenschutzbestimmungen (DSGVO) die an Facebook weitergereichten Daten nicht für Werbezwecke eingesetzt werden. Laut Stellungnahme von Facebook greife das Unternehmen nur ein, wenn es um bessere Dienste gehe oder um die Sicherheit, wie etwa Spam, Rechteverletzungen, Missbrauch etc.

Des einen Freud, des anderen Leid

Bei den Konkurrenten Threema – der Schweizer Anbieter ist kostenpflichtig – oder Signal explodieren derweil die Zahlen der Neuzugänge seit Tagen. Anders als bei WhatsApp werden keinerlei sonstige Daten gesammelt und der Quellcode der App ist öffentlich. Gleich hingegen ist die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Befeuert dürften die vielen Umstiege gerade auf Signal auch die beiden prominentesten Vertreter haben: Whistleblower Edward Snowden wirbt für Signal schon seit Längerem auf seiner Homepage „Ich verwende jeden Tag Signal“ und Tesla-Chef Elon Musk forderte seine Followerinnen und Follower auf Twitter mit „Benutzt Signal“ dazu auf.

WhatsApp reagiert auf Kritik

Aufgrund der heftigen Reaktionen der Userinnen und User haben die Entwickler von WhatsApp nun reagiert und auf der Website ein Statement dazu abgegeben. Sie versichern, dass die neuen Bestimmungen keine Auswirkungen auf die Privatsphäre der Nutzerinnen und Nutzer habe: „Wir möchten deutlich herausstellen, dass die Aktualisierung der Richtlinie absolut keine Auswirkungen auf deine Privatsphäre hinsichtlich deiner Nachrichten an Freunde oder Familie hat. Stattdessen enthält diese Aktualisierung Änderungen, die sich auf Nachrichten über WhatsApp an Unternehmen beziehen. Diese Funktionen sind für dich optional. Die Änderungen erhöhen die Transparenz dazu, wie wir Daten erfassen und verwenden.“

Ob diese Versprechungen viele Nutzende überzeugt, bleibt abzuwarten. Facebook genießt in Sachen Vertrauen hinsichtlich Datensicherheit keinen allzu guten Ruf, wie die Vergangenheit zeigt und die jetzt so heftigen Reaktionen bestätigen dies einmal mehr.